Montag, 17. Juni 2013

17.6.  Zweiter Hafentag in Åhus

Bin immer noch da, obwohl heute ein toller Tag zum Segeln wäre. Sonne, nicht zu viel Wind....
Aber ich warte auf Wolfgang, der mit dem Fahrrad aus Malmö kommt. Und wenn ich jetzt weiterführe, wird das zu weit für ihn.
Ich freu´ mich über mein Klappfahrrad und mache eine Tour zum Strand.




Sonntag, 16. Juni 2013

Einhandseglers Abendessen. Nicht das Ihr denkt, ich esse nur Ravioli oder Tütensuppen.

15.6. Simrishamn - Åhus 25nm

Eckis Zug fährt um 8:49 Uhr, also früh aufstehen. Der Abschied fällt mir schwer, ich habe schon einen Kloß im Hals. Mit Ecki ist es immer schön und ab jetzt bin ich alleine in der Fremde.
Ich kauf´ noch ein Stück Fleisch für heute abend und lasse mir viel Zeit, das Boot aufzuklaren für den ersten Einhandschlag auf dieser Reise.
Um 12 gehts los und diesmal klappt alles perfekt. Ablegen, segeln, anlegen. Åhus ist ein Flußhafen, die Navigation zwischen den zahlreichen Untiefen bis in den Fluß gelingt mir gut und ich tuckere langsam den Fluß hoch. Liege gegenüber der Stadt beim CSS-Segelclub und kann jetzt entweder mit dem Clubeigenen Ruderboot 50mtr übersetzen oder 1km mit dem Rad fahren um in die Stadt zu kommen. Ich ziehe das Rad vor, schließlich will ich die Räder nicht umsonst mitgenommen haben.

Gegenüber vom Liegeplatz liegt die Fabrik von Absolut Wodka, da sind die hier ganz stolz drauf. Das Fabrikgebäude ist jedenfalls beeindruckend.

Aussicht vom Liegeplatz auf die Fabrik.
 
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/7/71/Absolut_Vodka_Logo.svg/768px-Absolut_Vodka_Logo.svg.png

Freitag 14.6. Hafentag in Simrishamn

Wir machen Besorgungen in der Stadt und schauen uns da ein bißchen um. In einem Gardinenladen reparieren sie mir das dreieckige Bettlaken für die Vorschiffskoje. Das hatte ich in Kiel aus einem rechteckigen Spannbettlaken selber angefertigt, aber eigentlich schon gewusst, daß das wohl nicht hält. 
Dann besorgen wir schwarzes Sikaflex (Dichtungsmittel). Über der Vorschiffskoje sitzt der Fußbeschlag für das Babystag (ein Want) und der ist undicht. Bei Welle oder bei Regen tropft es ins Bett. Das will ich nicht. Ich baue den Beschlag komplett aus, mach´das alles schön sauber, trockne es mit einem Heizlüfter und dichte es wieder neu ein. Jetzt ist´s wieder dicht. Das Fenderbrett quer über die Cockpitbänke mit angeschraubtem kleinem Schraubstock leistet gute Dienste bei der Reparatur.
Stefan am OP-Tisch. Patient ist jetzt nicht mehr inkontinent und sieht besser aus als vorher.
Das Wetter ist nachmittags super - sonnig aber sehr windig wie angesagt. Abends geht´s wieder toll essen, Ecki - danke nochmal für deine Großzügigkeit.
Donnerstag 13.Juni: Christiansö - Simrishamn

Der Wetterbericht hat für Freitag Starkwind angesagt - 6-7 Bft. in Böen 8. Das wollen  wir nicht haben, aber auf Christiansö möchte ich bei südlichen Winden auch nicht liegen, das wird bestimmt sehr unruhig da im Hafen. Außerdem muß Ecki Freitag abend entweder in Schweden oder auf Bornholm sein, damit er Samstag nach Hause kommt.
Also Donnerstag nach Schweden. Vorher ziehen wir noch die kleine Rollfock hoch, mit der es sich ab etwa 4 Bft. Windstärken einfach besser segelt.
Um 1/2 10 geht´s los und direkt hinter der Hafenausfahrt wird gesegelt bis vor die Einfahrt Simrishamn an der Südküste Schwedens. 
 
Stefan setzt die schwedische Gastflagge

Die erste Stunde noch um die 5 Knoten, weil die Genua 1 für den Wind dann eben doch zu klein ist, aber dann wirds mehr Wind und Lotte fängt an zu rennen.
Der GPS zeigt permanent zwischen 6 und 7 Knoten, Rauschefahrt mit halbem Wind (Nichtsegler: Halber Wind ist Wind von der Seite, der beste Kurs).

Ab und zu regnet es, aber da sitzen wir trocken hinter der Sprayhood.
Die 34 Meilen haben wir schnell hinter uns und tuckern unter Maschine in den großen Yachthafen von Simrishamn. Und dann hagelt es die Mißgeschicke.
Ich entscheide mich für die 2. Boxengasse, die ist sehr breit, bestimmt 25 Meter. Auf den Stegen stehen Schilder, die die Tiefe anzeigen - überall mindestens 2 Meter (wir haben 1,56mtr Tiefgang). Das Echolot zeigt 2,20 mtr. In der Mitte der Gasse liegt eine gelbe Tonne, deren Sinn ich nicht verstehe. Ich fahre 5 mtr an ihr vorbei, 5 mtr hiter den Hecks der Schiffe am Steg. Plötzlich rumst es und wir sitzen fest! Auf einem Stein, das hat man gehört. Ich bin eigenartigerweise noch ganz ruhig. Freikommen mit voller Maschinenkraft hilft nix. Ein Segler von einer Yacht am Steg wirft mir eine Leine zu, die mache ich an unserem Großfall fest. Er holt die dicht mit seiner Winsch,  unser Boot krängt dadurch. So verringert sich der Tiefgang und wir kommen frei. Zum Glück ist das auflauefen bei ganz langsamer Fahrt passiert, so ist sicher nichts kaputt gegangen.
Also ab in die nächste Gasse. Aber auch da sitzen wir wieder auf Grund, diesmal Sand oder Schlick und sind mit Machine schnell wieder frei.
Wir verziehen uns woanders hin und machen da in einer Box mit Auslegern fest. In Schweden gibt es wohl nirgendwo Heckpfähle. Bloß sind die Ausleger zu eng, die Plastikschwimmer scheuern direkt an unserem Rumpf. Ich will da wieder weg und wir fahren zu einem breiteren Platz gegenüber. Aber dort mache ich den totalen Denkfehler und statt das Boot aufzustoppen rammt es die Stahlkante am Steg und hat jetzt (Klaus - es tut mir wirklich leid) eine blöde Schramme am Bug.
An diesen Auslegern wird mit den Bugleinen verhindert, daß das Boot nach vorne treibt und mit den Heckleinen, daß es nach hinten treibt. Also genau anders herum wie gewohnt.
Ich war da jedenfalls restlos bedient und wollte am liebsten wieder nach Hause...
Schweden begrüßt mich nicht sehr freundlich.
12.6. Gudhjem - Christiansö
Wir daddeln in Gudhjem herum, denn heute steht wieder nur ein kurzer Törn an. Ecki bekommt die traurige Nachricht vom Tod einer befreundeten Kindes, das macht mich auch traurig.
Wir fahren dann um 14 Uhr ab, wird wieder eine Flautensegelei. So bleibt uns nur ein recht kurzer Abend auf der Insel.
Lotte in Christiansö




ob hier früher der Schneider gewohnt hat? Dann ist das ja wohl unser Ferienhaus.

Dieser Tisch musste nochmal abgedeckt werden.....

....denn Ecki hat die Tischdecke vergessen!

Christiansö ist die grösste der Erbseninseln und mit einer Brücke mit Frederiksö verbunden. Die Inseln liegen 10 Meilen vor Bornholm zwischen Schweden und dem dänischen Bornholm. Deshalb hatten sie wohl früher strategische Bedeutung und wurden zu einer Festungsanlage ausgebaut. Die ist nun schon lange nicht mehr militärisch genutzt und die Inseln haben einen wunderbaren Charme.
Ich war vor 19 Jahren schon einmal hier, damals mit Benno und Leo. Schöne Erinnerungen.
11.6. : Hammerhavn - Gudhjem 11nm
Heute nur ein paar Meilen ins wunderschöne Gudhjem. Leider mache ich den Fehler, mir vorher im Hafen von einem Polen was von 7 Windstärken erzählen zu lassen, die wir am Freitag bekommen sollen. Da mach ich mir schon wieder Sorgen...
Wir segeln 3 Stunden, kommen aber dabei nur 3 Meilen voran. Den Rest dann mit Maschine.
Lotte in Gudhjem
 Gudhjem ist einfach toll. Ein wunderschönes Städtchen. 2 mal am Tag ist Aufruhr, dann fährt die Fähre nach Christiansö auf den Erbseninseln.
Ich kann Ecki von der Funktion meiner WLAN-Verstärkerantenne überzeugen. Die holt das WLAN vom Hafenbüro über 100 Meter sauber heran. Ohne die Antenne funktioniert es mit dem Handy nur direkt vor der Bürotür. Ecki braucht unbedingt Internetz um sein Telefon mit Guthaben zu versorgen.
Im Café am Hafen arbeitet eine Opernsängerin. Die kommt ab und zu vor die Tür und schmettert Arien durch den Hafen. Unglaublich gut. Ausgebildet in Salzburg. Wieso arbeitet die da im Café?